„meinTestgelaende.de – deine Bühne im Netz“

Ein Blick auf meinTestgelände zeigt, welche Potenziale die Digitalisierung für die OKJA bereithält, mit Jugendlichen zu Geschlechterthemen zu arbeiten.

Veröffentlichung: Wallner, Claudia (2019): „meinTestgelaende.de – deine Bühne im Netz.“ In: Fachzeitschrift Offene Jugendarbeit 2019 (1), S. 32-41. https://offene-jugendarbeit.net/index.php/fachzeitschrift

Angebote in (Online) Medien sind aus der Lebenswelt von Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Innerhalb der unterschiedlichsten medialen Angebote finden Heranwachsende virtuelle Räume, in denen sie Teile ihrer Entwicklungsaufgaben realisieren, Informationen finden und von Spielen, Musik und Filmen unterhalten werden. Für die Offene Kinder- und Jugendarbeit ergeben sich hieraus eine Vielzahl an Chancen, bspw. neue Wege Jugendliche zu erreichen, neuer Angebote, aber auch zunehmende Herausforderungen wie unter anderem die technische Realisierung, die Reflexion der eigenen Medienkompetenz oder Jugendarbeit in digitalen Räumen. Am Beispiel der Website www.meinTestgelaende.de zeigt dieser Artikel, welche Potenziale die fortschreitende Digitalisierung für die Offene Kinder- und Jugendarbeit, mit Fokus auf dem Prinzip der Geschlechtergerechtigkeit und dem Ziel eine selbstbestimmte Geschlechtsidentität mit vielfältigen Facetten zu fördern, bereit hält.

Jugend – eine Lebensphase mit vielfältigen Aufgaben 

In der Jugendphase gilt es viele Themen zu bearbeiten und Entwicklungen und Erfahrungen auf dem Weg ins Erwachsenenleben zu machen. Dazu gehört auch, vom Mädchen* zur Frau* zu werden, vom Jungen* zum Mann* oder ganz eigene Vorstellungen von Geschlechtlichkeit jenseits von weiblich* oder männlich* zu entwickeln. Diese Aussage bezieht sich auf eine allgemein gesellschaftliche Vorstellung von Zweigeschlechtlichkeit, als zwei sich gegenseitig ausschließende Pole, denen Jungen* und Mädchen* jeweils zu entsprechen haben. Aufgabe der OKJA ist es nun, Kinder und Jugendliche in ihrem eigenen Weg zu unterstützen, eigene Identitäten zu entwickeln, auch wenn diese anderen als klassischen Geschlechterbildern entsprechen. Dazu braucht es eine offensive Ansprache gerade von scheinbar ‚untypischen‘ Eigenschaften, Orientierungen oder Wünschen, eine aufmerksame und wertschätzende Atmosphäre und den Mut Inhalte zu thematisieren, die im öffentlichen Raum eher verschwinden.“

Viele Jugendliche beschäftigen sich damit, was es bedeutet, ein Mädchen*, ein Junge*, intergeschlechtlich, queer oder eine andere geschlechtliche Variation zu sein. Sie setzen sich damit auseinander, was die Gesellschaft von ihnen erwartet, wie sie sich in ihrem jeweiligen Geschlecht verhalten, welche Interessen sie entwickeln sollen, was sie anziehen und wie sie aussehen sollen. Wichtig ist auch die sexuelle Orientierung: gibt es Präferenzen auf Mädchen* oder auf Jungen*, ist das Geschlecht nicht wichtig? All dies sind Fragen, die Jugendliche bewegen, nicht zuletzt, weil sie als gesellschaftliche Erwartungen oftmals druckvoll an sie heran getragen werden. Und es sind Fragen, zu denen viele Jugendliche gerne wissen würden, wie andere junge Menschen mit ihnen umgehen. Das kann unter Freund*innen und in Cliquen diskutiert werden, aber manchmal ist auch das für die Fragen und Themen, die auf der Seele brennen, zu nah. 

Das Netz als Ort der Begegnung aber auch des Hasses

Andere Jugendliche möchten ihre Standpunkte, ihre Erlebnisse oder auch Dinge, die ihnen passiert sind zum Thema Geschlecht gerne öffentlich machen und ggf. auch diskutieren. Für all diese Bedürfnisse ist das Netz eine Möglichkeit und ein guter Ort, weil es der digitale Treffpunkt von Jugendlichen ist. Hier wird mensch gesehen, gehört, gelesen, verfolgt und geliked, kann sich zeigen und die eigene Meinung sagen. Gleichzeitig ist das Netz auch ein Ort, an dem beschimpft, beleidigt, gestalked und gemobbt wird, gerade wenn es um Themen wie Geschlecht, sexuelle Orientierung, Herkunft oder Aussehen geht. Influencing oder Mobbing, alles findet statt im Netz und erfordert ggf. Begleitung. Dies ist eine wichtige Aufgabe für die Offene Kinder- und Jugendarbeit.

Digitalisierung von Jugendarbeit

Zum Thema Geschlecht ist das Netz also ein guter Ort und ein gutes Instrument, das auch in der Jugendarbeit genutzt und eingesetzt werden kann, weil sich einerseits Welten für Jugendliche eröffnen und von ihnen gestaltet werden können und es andererseits auch Begleitung und Schutz vor Angriffen bedarf. In Deutschland leben laut der aktuelle JIM-Studie 99% der Jugendlichen (12-19Jährige) in Haushalten, die über Smartphone und Computer verfügen, 98% haben einen Internetzugang zu Hause. 97% der Jugendlichen besitzen selbst ein Smartphone, 71% einen Laptop oder Computer. Selbst bei den 12-13jährigen sind es bereits 95%, die ein eigenes Smartphone besitzen. Die Geräte und ihre digitalen Möglichkeiten werden von nahezu allen Jugendlichen täglich oder mehrmals in der Woche genutzt, wobei es kaum mehr Unterschiede in der Häufigkeit der Nutzung gibt zwischen den Geschlechtern und den Schulformen, die Jugendliche besuchen: Videos (90%) und Musik (95%) konsumieren stehen dabei ganz oben. Die liebsten Kanäle der Jugendlichen im Netz sind mit Abstand YouTube (62%), WhatsApp (39%) und Instagram (30%). Die tägliche Onlinenutzung liegt im Durchschnitt bei dreieinhalb Stunden. Zählt mensch Schulzeiten und alltägliche Verrichtungen hinzu, wird deutlich, dass Jugendarbeit in Konkurrenz zu Internetaktivitäten steht oder aber diese in die Jugendarbeit mit einbeziehen muss.

Für die Jugendarbeit ist interessant, dass YouTube so eine hohe Bedeutung für Jugendliche hat, denn hier wird nicht nur konsumiert, hier besteht insbesondere die Möglichkeit, eigene Produktionen online zu stellen. Hier kann Jugendarbeit ansetzen und Angebote machen. Allerdings sind sowohl viele Angebote als auch die Nutzung von YouTube Videos zwischen Mädchen* und Jungen* jenseits von Musikvideos unterschiedlich und geschlechterstereotyp: Mädchen* nutzen eher Tutorials für Schönheit, Jungen* unpacking Videos und Let´s Play Videos. Hier kann eine geschlechtersensible Offene Jugendarbeit ansetzen.

meinTestgelände: dein Gendermagazin im Netz

Die Affinität Jugendlicher zu Online Medien und seinen vielfältigen Möglichkeiten zur eigenen Freizeitgestaltung hat das Projekt meinTestgelände aufgegriffen: Im Spätsommer 2013 ging das Gendermagazin www.meinTestgelaende.de online: getragen von der BAG Jungenarbeit in Kooperation mit der BAG Mädchenpolitik und beauftragt vom BMFSFJ sollte eine Plattform im Netz von und für Jugendliche entwickelt werden, auf der sie sich zu Geschlechterfragen äußern können. Das Ministerium vertrat die Meinung, dass zwar viel über Jugendliche, ihre Sexualitäten und Auseinandersetzungen mit Geschlechterrollen gesprochen wird, dass Jugendliche selbst aber kaum zu Wort kommen und ihre Sichtweisen noch viel weniger öffentlich werden (können), dies aber sowohl für Gleichstellungspolitiken wie auch für die Kinder- und Jugendhilfe wichtig sei. 

Die BAGs sind prädestiniert ein solches Projekt anzulegen und umzusetzen, vernetzen sie doch die Mädchen*- und Jungen*arbeit insbesondere aus der Kinder- und Jugendhilfe bundesweit. Angebote im Netz sind grenzenlos, insofern sind Träger, die bundesweit arbeiten, die richtige Adresse für ein Webportal. Die notwendige Medienkompetenz zu erarbeiten und kontinuierlich auszubauen und zu aktualisieren war und ist dabei Teil der Arbeit, weil Nutzungsbedingungen und Sehgewohnheiten im ständigen Wandel befindlich sind.

Beteiligung von Autor*innen und Redaktionen

Es gilt insbesondere zwei Punkte zu bedenken bei der Beteiligung von Jugendlichen an einem Genderportal: da ist zunächst die Frage nach dem Einstiegsalter. Wie alt muss ein Mädchen*, ein Junge* sein, um mitmachen zu können? Ab wann kann ein*e Jugendliche*r einschätzen, was es für sie*/ihn* bedeutet, mit Statements zu Geschlechterfragen öffentlich im Netz aufzutreten? Einerseits gibt es bereits 12-13jährige, die ihre Videos auf YouTube hochladen und selbstverständlich online sind mit ihrem Gesicht und ihren Interessen, andererseits gibt es eine medienpädagogische Verantwortung für Jugendliche. Im Projekt wurde entschieden, Jugendliche unter 16 Jahre in der Regel nicht zu beteiligen. Außerdem unterschreiben die Jugendliche respektive ihre Erziehungsberechtigten bei unter 18jährigen ihr Einverständnis zur Veröffentlichung und können dies jederzeit widerrufen. Das bedeutet, dass Beiträge auch wieder von der Website genommen werden, wenn Jugendliche nicht mehr einverstanden sind mit deren Veröffentlichung, was gerade bei so sensiblen Themen wie Geschlecht sein kann, in der Praxis allerdings tatsächlich kaum passiert, was an der (medien)pädagogischen Begleitung der Jugendlichen liegt.

Offene Jugendarbeit als Kooperationspartnerin

Wie gewinnt mensch also Jugendliche sich nicht nur mit Geschlechterfragen auseinander zu setzen, sondern diese auch noch in internetfähige Produkte zu verarbeiten und zu veröffentlichen? Und wie gelingt dies insbesondere in Bezug auf Jungen* und auf bspw. trans* Jugendliche, also Gruppen, die sich in der Öffentlichkeit kaum zu Geschlechterfragen zeigen? Eine wesentliche Unterstützung waren dabei kulturpädagogische und genderbezogene Angebote in der Jugendarbeit. Die Ursprungsannahme, dass die Erarbeitung von Beiträgen für meinTestgelände gut in die Jugendarbeit passen würde, diese also zur zentralen Partnerin und damit Zulieferin von jugendlichen Beiträgen werden könnte, stellte sich als unrealistisch heraus. Selbst aus in vielen Jugendeinrichtungen üblichen Mädchen*- und Jungen*-AGs oder Angeboten kam trotz intensiver Werbung kaum Kooperation zustande. Was allerdings sehr gut funktioniert war die Kooperation mit Angeboten der Jugendarbeit, in deren Rahmen entweder bereits mit jugendkulturellen Methoden gearbeitet wurde und in diese Genderthemen eingearbeitet wurden oder in denen Gender zentrales Thema war und sich mediale Umsetzungen erarbeitet wurden. Wenn Jugendliche also Spaß an Theater, Musik machen oder Videos drehen haben und/oder wenn ihnen Geschlechterthemen ein Anliegen sind, dann sind dies gute Möglichkeiten der genderbezogenen Medienarbeit auch im Rahmen der Jugendarbeit. 

Sehr gut funktioniert hingegen die Kooperation in der Arbeit mit den Beiträgen auf meinTestgelände: viele Offene Jugendeinrichtungen berichten davon, dass sie die Produkte des Portals für ihre Arbeit einsetzen und als Anlass nutzen, mit Jugendlichen zu Geschlechterthemen ins Gespräch zu kommen (methodische Hinweise zur pädagogischen Arbeit mit den Beiträgen sind in den Newslettern von meinTestgelände veröffentlich: http://www.bag-jungenarbeit.de/meinTestgelaende


Jungs und Genderthemen: no way?

Mit Mädchen* zu Genderthemen zu arbeiten, ist zentraler Bestandteil von geschlechterbezogener Mädchen*arbeit in der Jugendarbeit. Jungen* beschäftigt die Frage, was Mann*sein bedeutet und sie thematisieren dies oft in der offenen Jugendarbeit. Geschlechterfragen sind aber erst einmal mit Weiblichkeit verknüpft und eine Jungen*arbeit wird oft nicht regelmäßig angeboten. Der hohe Bedarf, den die Jungen* haben kommt auch in dem Nutzerverhalten auf meinTestgelände zum Ausdruck. Hier ist es gelungen, den Jungenanteil bei nahezu 50% bei den Beteiligten einzupendeln und bei den User*innen bei ca. 40%. Wie ist das gelungen? Die Website ging an den Start mit Jungen*beiträgen, was die Botschaft an Jungen* sandte, dass sie und ihre Statements hier gefragt und geschätzt sind. Dann gelang es mit den ersten Redaktionsgruppen eine Jungen*gruppe zu gewinnen, die sich als Kernthema mit Geschlechterthemen beschäftigt (HeRoes Duisburg) und zwei weitere bereits bestehende Gruppen zu gewinnen, die medienpädagogisch mit Jugendlichen arbeiteten und in denen viele Jungen (vielleicht aus diesem Grund) beteiligt waren. Nach gut fünf Jahren und ca. 700 jugendlichen Beiträgen kann gesagt werden, dass Jungen* und trans* Jugendliche ebenso interessiert sind, sich mit Geschlechterfragen zu beschäftigen wie Mädchen*, wenn der Zugang und die Bedingungen stimmen – und ein Zugang ist, dass es sich bei meinTestgelände um eine Website handelt.

Viel Druck und im Netz sichtbar sein – was Jugendliche motiviert

Was bewegt Jugendliche, sich öffentlich zu äußern und zu zeigen zu Geschlechterthemen? Hier kommen im Wesentlichen zwei Faktoren zum Tragen: der Druck, der von diesem Themen auf Jugendliche strahlt und die Möglichkeit, sich im Netz damit zu zeigen. 

  • In den 700 Beiträgen werden überwiegend Probleme beschrieben, die Jugendliche mit gesellschaftlichen/familiären/Peerzuschreibungen in Bezug auf Geschlecht zu bewältigen haben. Oftmals verbinden sich dabei Geschlechterthemen mit Rassismen, die sich insbesondere aus Geschlechterthemen speisen (Bsp. Muslima*, die Kopftuch tragen, sind unterdrückt, muslimische Jungen* kontrollieren ihre Schwestern* für die Ehre der Familie etc.). Jugendliche erleben oft viel Leid in Bezug auf Geschlecht: wenn sie homosexuell lieben und begehren, wenn sie sich ein Leben vorstellen, das mit stereotypen Geschlechterbildern nicht kompatibel ist oder wenn ihr zugewiesenes Geschlecht und ihr tatsächliches Geschlecht nicht übereinstimmen. Und viele haben das Bedürfnis, sich damit zu beschäftigen und sich auszutauschen.
  • Gerade die mediale Verarbeitung dieser Themen ermöglicht Jugendlichen einerseits eine intensive Auseinandersetzung und andererseits eine Distanzierung: was in Texte gegossen, in Theaterstücken gesagt oder in Slamtexten aufgenommen wird, muss auch in der Ich-Form gesprochen nicht mit der handelnden Person überein stimmen. Ich kann mich also äußern ohne sagen zu müssen, das ist meine Erfahrung, wobei viele Jugendliche das trotzdem tun. Die Aussicht, dass ihre jugendkulturellen Produkte dann im Netz landen und Videos insbesondere auf YouTube, ist auch eine wichtige Motivation der Beteiligung.

Wichtige Genderthemen von Jugendlichen

Auf www.meinTestgelaende.de berichten Jugendliche aller Geschlechter über das, was sie erleben, wenn sie als Mädchen*, Jungen*, trans* oder inter* Jugendliche durchs Leben gehen. Zentrale Fragen und Themen, die sie umtreiben, sind u. a.: 

  • Wie will ich lieben? Wie will ich leben?
  • Warum haben alle etwas über meinen Körper zu sagen?
  • Ich liebe gleichgeschlechtlich und bin glücklich damit – warum die Gesellschaft nicht?
  • Muss ich die Ehre meiner Familie sein oder verteidigen?
  • Was wollen alle von mir, wenn sie sagen, ich soll männlich sein?
  • Warum ist Menstruation immer noch ein Schamthema?
  • Warum kann ich nicht einfach Fußball spielen, Mathe studieren oder um die Welt reisen, ohne dass alle sagen: wie ungewöhnlich für ein Mädchen?
  • Warum darf ich mich nicht sozial engagieren und mich um andere kümmern, ohne dass Jemand sagt: du Mädchen!
  • Warum meinen alle, sie wüssten besser, welches Geschlecht ich habe als ich selbst?
  • Wie gehe ich mit unangenehmer oder übergriffiger Anmache um, wie mit Gewalt gegen mich und wie kann ich mich wehren und schützen?

Was Jugendliche selbst sagen

Im Oktober 2018 wurde im Rahmen von meinTestgelände ein Fachtag im BMFSFJ angeboten, auf dem die beteiligten Jugendlichen selbst mir ihren Beiträgen im Zentrum standen und im Gespräch mit dem Moderator Tarik Tesfu auch dazu Stellung nahmen, warum sie sich bei meinTestgelände beteiligen. Eine Auswahl der jugendlichen Statements zeigt, dass Jugendarbeit für sie eine wichtige Anlaufstelle ist und ein Ort, an dem sie über Geschlechterthemen sprechen und arbeiten und sich ausdrücken können, denn all diese Jugendlichen arbeiten im Rahmen der Jugendarbeit zu diesen Themen und sind über Angebote der Jugendarbeit zur Auseinandersetzung mit Geschlechterthemen gekommen und geblieben:

„Dieses Thema Männlichkeit wurde bei mir früher nie angesprochen – und dann kommt man in so ein Projekt und bekommt die Erkenntnis: ich muss mich nicht verstellen. Das hat mich dazu gebracht Texte zu schreiben, denn in diesen Texten kann ich die Wahrheit sagen“ (Soufian El Abdouni)

Mehr von den HeRoes Duisburg auf meinTestgelände: https://www.meintestgelaende.de/author/heroes/ 

„Ich lasse mit den Mund nicht verbieten. Ich sage, was mir passiert ist, auf der Bühne und auf der Plattform im Internet“ (Sven Hensel)

Mehr von Sven Hensel auf meinTestgelände: https://www.meintestgelaende.de/author/sven-hensel/ 

„Ich finde super, dass man seine eigenen Ideen einbringen kann und ganz viel dann darauf reagiert wird“ (Lilith Diringer)

Mehr von Lilith auf meinTestgelände: https://www.meintestgelaende.de/author/lilith/ 

„Es ist ein Geschenk, dass es diese Plattform gibt und es wäre Scheiße, wenn uns diese Chance genommen würde (Mila Bagdach-Lauten)

Mehr von den Hollies und ihrer Arbeit auf meinTestgelände: https://www.meintestgelaende.de/author/hollies/ 

„Es gibt keine richtige Definition von Männlichkeit. Jeder muss das selber für sich definieren“ (Vinzenzo Menna)

Mehr Videos und Beiträge zum Thema Männlichkeit auf meinTestgelände: https://www.meintestgelaende.de/?s=m%C3%A4nnlich 

„Ich wusste, dass so eine Hatewelle kommen wird, weil die Frauen strikt nach Regeln leben sollen. Das hat mich motiviert weiterzumachen“ (Merve Boyaci)

Zum Video, das die Hassbotschaften auslöste, geht es hier: https://www.meintestgelaende.de/2018/04/grrrls-voice-kommentiert-120db/ 

Die Hassreaktion „hat uns zu mehr Videos motiviert: wir lassen uns von denen nicht die Stimme nehmen, wir werden jetzt lauter“ (Hatice Tekes) 

Mehr zu GRRRLs Voice of HeRoes Duisburg auf meinTestgelände: https://www.meintestgelaende.de/author/grrrls-voice-of-heroes-duisburg/ 

Fachgruppe auf Facebook: Diskurs- und Informationsort für Fachkräfte der OKJA

Seit 2014 betreibt meinTestgelände auf Facebook eine Fachgruppe für geschlechtersensible Pädagogik. Die Fachgruppe ist ein Ort, an dem Neuigkeiten wie aktuelle Veranstaltungen, neue Bücher, Dokumentationen, Statementpapiere, Videos und Audios veröffentlicht und kommentiert, aber auch Methoden und Zugänge zur geschlechtersensiblen Arbeit mit Jugendlichen und Kindern zur Verfügung gestellt werden. Ein dritter zentraler Bereich ist die offene Frage, auch sehr wichtig für Fachkräfte der OKJA. Die Fachgruppe besteht aus inzwischen fast 5.000 Mitgliedern, von denen zwei Drittel aktiv in der Gruppe mitarbeiten. D. h., dass Mitglieder zu nahezu allen Fragen schnell und umfassend fachliche Hinweise erhalten: Wo gibt es im Netz gute Seiten für Jugendliche, auf denen keine Sexismen verbreitet und doch über Geschlechter gesprochen wird? Kennt Jemand gute Videos, die in der sexualpädagogischen Arbeit mit trans* Jugendlichen eingesetzt werden können? Wie kann ich mit Jungen* zum Thema Selfcare arbeiten? Gibt es aktuelle Leitlinien zur Mädchen*- oder Jungen* oder Genderarbeit? 

Die Fachgruppe wird vom Projekt meinTestgelände administriert und fachlich begleitet. Mitgliedsanfragen werden geprüft, um antifeministische und antigenderorientierte Menschen fern zu halten und soweit möglich einen respektvollen Diskursraum herzustellen. Mitglieder sind auch viele Fachkräfte aus der OKJA, so dass sich hier auch Diskursräume über geschlechtersensibles Arbeiten in der Jugendarbeit bieten. Beitrittsanfragen, Mitlesen und Mitmachen ist hier gerne gesehen und gewünscht: https://www.facebook.com/groups/geschlechterpaedagogik/ 

Und zum Schluss: keine Angst vor neuen Medien

Brauche ich ein Tonstudio oder einen Schnittplatz, um mit Jugendlichen medial arbeiten zu können? Nicht unbedingt: Jugendliche selbst verfügen über Smartphones, mit denen gefilmt werden kann. Da viele selbst YouTube Videos produzieren, kennen sie sich mit Schnitten aus und verfügen über Schnittprogramme. Was die Umsetzung angeht, so können die Jugendlichen selbst auch als Expert*innen angesehen werden, mediale Produkte können gemeinsam erarbeitet werden. Zusätzlich empfiehlt sich eine engere Zusammenarbeit bspw. mit der kulturellen Jugendbildung und Vernetzungen mit Jugendportalen und –kanälen wie meinTestgelände, auf denen Produkte im Netz veröffentlicht werden können. Eine Digitalisierung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit kann dazu beitragen, Jugendlichen Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit für sie wichtigen Themen anzubieten und gleichzeitig ihr Interesse, sich im Web zu bewegen und zu zeigen aufzugreifen und pädagogisch zu nutzen.