Selbstreflexion – sich als Fachkraft mitdenken

Wer als Fachkraft der Geschlechterpädagogik in die Leben Jugendlicher eintauchen möchte, sollte zuerst ins eigene Leben schauen

Wie auch schon in der Einleitung des Kapitels über das Thema „Männlichkeit“ vorgeschlagen https://www.geschlechtersensible-paedagogik.de/werkzeuge/maennlichkeit-en/thema-maennlichkeit-eine-lebensnahe-einfuehrung/, so möchte auch ich nahelegen und ermutigen, sich als Fachkraft selbst und den eigenen Lebens- und Berufs(orientierungs)weg zu reflektieren. Impulsfragen könnten folgende sein:

  • Von wem wurden Sie in Ihrer Bildungs- und Berufswahl beeinflusst? Was war dabei hilfreich, was nicht?
  • Was hätten Sie sich dabei gewünscht oder gut gebrauchen können?
  • Haben Sie einen typischen Männer- oder Frauenberuf gewählt? Warum? Wie ist es dazu gekommen?
  • Wie geht es Ihnen damit, in einem Beruf zu arbeiten, in dem Ihr Geschlecht deutlich die Mehrheit/die Minderheit bildet?
  • Wie wichtig ist es für Sie, in gemischtgeschlechtlichen oder in geschlechtshomogenen Teams zu arbeiten?
  • Hatten Sie auch andere Berufswünsche, die Sie verworfen haben, weil sie für Sie als Frau* oder Mann* damals nicht der passende Beruf zu sein schienen? Bereuen Sie es, hier nicht mutiger oder durchsetzungsstärker gewesen zu sein?
  • Wie war für Sie die Vielfalt an Möglichkeiten? Ermutigend, beängstigend oder keines der beiden?

Neben der Selbstreflexion ist es oftmals sehr erhellend für die Arbeit mit Jugendlichen, wenn diese oder ähnliche Fragen auch im Team besprochen wurden. So kann deutlich werden, aus welchen Perspektiven die Kolleg*innen heraus arbeiten, was für die Frage, wer wie mit wem arbeitet, von Bedeutung sein kann. Oftmals wird im Team über diesen Austausch erst deutlich, mit welchen Positionen, Haltungen und Perspektiven jede*r arbeitet, was die konzeptionellen Gestaltungsmöglichkeiten erweitert.

Sicherlich können noch viele weitere Fragen rund um die eigenen Übergänge gestellt werden. Sie entscheiden, wie intensiv Sie für eine eventuelle Vorbereitung in diese Reflexion einsteigen wollen. Gleichzeitig können diese Impulsfragen auch als Praxistipp oder Werkzeug hergenommen werden, wenn es darum geht, einen Workshop oder Austausch für Kolleg*innen im Team, andere Fachkräfte oder auch Ehrenamtliche vorzubereiten.