Das Magazin für Geschlechtergerechtigkeit
14.05.2025
2 Min. Lesedauer
Redaktion GSP
In Magazin/ Junge Stimmen

„Ich wollte schon immer mal tanzen.“

Zitate über Regeln, mit denen Jungs* aufwachsen
Ein animiertes Mikrofon auf hellblauem Hintergrund

Das FUNDUS Theater hat für über 80 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren eine Party geschmissen. Motto: „Fight for your right to party? Fight for your right to Gender!“ Dabei sind sie mit den Partybesucher*innen darüber ins Gespräch gekommen, wie sie sich und andere geschlechtlich erleben. Die transkribierten Zitate wurden uns zur Verfügung gestellt.  

„Ich habe meine Freunde in der Öffentlichkeit umarmt und wurde dafür schräg angeschaut.“ 

„Ich hasse es, wenn Leute erwarten, dass ich Fußball spiele, nur weil ich ein Junge bin.“  

„Man darf keinen Nagellack tragen, kein Rosa mögen, keine Röcke oder Kleider tragen.“  

„Es wird immer davon ausgegangen, dass ich gut in Mathe sein muss, weil ich ein Junge bin.“ 

„Ich habe das Gefühl, dass ich auf der Straße manchmal komisch angeschaut werde, wenn ich mich nicht so kleide, wie es von einem Jungen erwartet wird.“   

„Ich wollte schon immer mal tanzen, aber die Jungs in meiner Klasse haben mich dafür ausgelacht.“  

„Ich habe rosa Socken getragen und meine Freunde haben gesagt, das sei nichts für Jungen.“  

Claudia Wallner

Dr.in Claudia Wallner, Projektleiterin von meinTestgelände und Referentin für Mädchen*arbeit und Geschlechterpädagogik, schreibt dazu:

Wie lernen Jungen* “männlich” zu werden? Offensichtlich auch durch die Ächtung von Verhaltensweisen, die als “unmännlich” gelten, und das meint “weiblich”. Die Erziehung funktioniert nicht nur durch Medien oder Erwachsene, sondern auch und insbesondere durch Gleichaltrige. Wer gegen die Männlichkeitsvorstellungen verstößt, wird ausgelacht oder schräg angeschaut und damit ausgegrenzt. Jugend aber ist eine Entwicklungsphase, in der um den eigenen Platz in Gemeinschaften gerungen wird, deshalb sind die Reglementierungen so wirksam. Gute Gründe, in der Jungen*arbeit safer spaces zu eröffnen für Gegenerfahrungen.  

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