Das FUNDUS Theater hat für über 80 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren eine Party geschmissen. Motto: „Fight for your right to party? Fight for your right to Gender!“ Dabei sind sie mit den Partybesucher*innen darüber ins Gespräch gekommen, wie sie sich und andere geschlechtlich erleben. Die transkribierten Zitate wurden uns zur Verfügung gestellt.
„Ich hätte Angst, mich vor meiner Familie zu outen, weil ich nicht glaube, dass sie mich akzeptieren würden, wenn ich non-binär wäre.“
„Ich war die erste Person, die ich kannte, die sich geoutet hat.“
„Manchmal fühle ich mich komisch, weil ich nicht die richtigen Pronomen für mich benutze, um nicht aufzufallen.“
„Ich würde mir wünschen, dass Pronomen normal sind, damit ich nicht jedes Mal Angst haben muss, falsch angesprochen zu werden.“
„Es ist schwierig, weil ich mich oft zwischen den Gruppen der Jungs und Mädchen fühle, aber zu keiner so richtig gehöre.“
„Ich bräuchte das Gefühl, mich nicht beweisen zu müssen, wenn ich eine andere Geschlechterrolle hätte.“
„Es sollte okay sein, wenn sich die Identität ändert, ohne dass man sich rechtfertigen muss.“

Dr.in Claudia Wallner, Projektleiterin von meinTestgelände und Referentin für Mädchen*arbeit und Geschlechterpädagogik, schreibt dazu:
Wow! So weit her ist es nicht mit Vielfalt und Akzeptanz, oder? Ist das Geschlecht nicht eindeutig und binär, dann steigt die Angst auf: Angst, falsch gesehen zu werden, Angst vor Ausgrenzung und Angst, nicht so leben zu können, wie mensch will. Nichtbinäre und junge trans* Menschen beklagen, dass sie versteckt bleiben müssen oder dass sie befürchten müssen, ausgegrenzt zu werden. Was für ein gesellschaftliches Desaster und was für ein langer Weg, den wir noch gehen müssen. Gebraucht werden queere Projekte und geschlechtersensible Pädagog*innen in der Kinder- und Jugendhilfe.