Das FUNDUS Theater hat für über 80 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren eine Party geschmissen. Motto: „Fight for your right to party? Fight for your right to Gender!“ Dabei sind sie mit den Partybesucher*innen darüber ins Gespräch gekommen, wie sie sich und andere geschlechtlich erleben. Die transkribierten Zitate wurden uns zur Verfügung gestellt.
„In meiner Familie wird von mir erwartet, dass ich freundlich bin und mich um andere kümmere, weil ich ein Mädchen bin.“
„Im Unterricht werden die Stimmen von den Jungs oft lauter gehört, und wir Mädchen bleiben still.“
„Manchmal wird den Jungs mehr Raum gegeben, weil sie sich lauter und dominanter verhalten.“
„Manchmal merkt man, dass Lehrer uns Mädchen alle gleich behandeln und gar nicht richtig zuhören.“
„Ich wollte mir immer die Haare kurz schneiden, aber habe mich nicht getraut.“
„Wenn man verheiratet ist, sollte der Partner sich um einen kümmern, wenn man seine Periode hat, zum Beispiel Snacks holen oder einen Film machen.“

Dr.in Claudia Wallner, Projektleiterin von meinTestgelände und Referentin für Mädchen*arbeit und Geschlechterpädagogik, schreibt dazu:
Sei freundlich, sei zurückhaltend und sieh aus wie ein Mädchen*. Sie zeigen in der Schule tendenziell bessere Leistungen, fühlen sich aber eher zurückgesetzt oder nicht gesehen. Solange wir Freundlichkeit ans Geschlecht binden und nicht als menschliche Kompetenz für alle formulieren, manifestieren wir Geschlechterrollen. Auffällig auch, dass Mädchen* sich oft in den Vergleich zu Jungen*/Männern* begeben – ein Zeichen dafür, dass sie ihre Position in der Geschlechterhierarchie verstanden haben und nicht akzeptieren wollen. Ein Auftrag, den geschlechtersensible Pädagogik hören sollte.