Sie testen im Rahmen der Beta-Phase mit uns alle Funktionen fleißig durch. Interessierte Jugendliche können sich über die Website lambdaspace.de registrieren.
Angebote für queere Jugendliche sind wichtig, um psychischen Belastungen entgegenzuwirken, die durch Diskriminierung und Queerfeindlichkeit entstehen. Leider haben viele queere Jugendliche keinen Zugang zu solchen Angeboten. Insbesondere in ländlichen Regionen, in denen queere Jugendzentren und -gruppen oft fehlen oder nur schwer erreichbar sind.
lambda space wurde entwickelt, um diese strukturelle Lücke zu schließen. Als digitales queeres Jugendzentrum ermöglicht es queeren Jugendlichen einen ortsunabhängigen Zugang zu ihren Peers – nach einer Verifikation sogar rund um die Uhr. Dabei geht es uns nicht darum, ein analoges Jugendzentrum eins zu eins zu “digitalisieren”. Das wäre auch schlichtweg nicht möglich. Der digitale Raum folgt eigenen Regeln und bringt spezifische Chancen, aber auch Risiken mit sich. lambda space versteht sich daher eher als Übersetzung eines Jugendzentrums in die digitale Welt. Das Projekt ist in gewisser Weise auch ein Experimentierraum, in dem wir uns anschauen, wie wir einen bedürfnisorientierten digitalen Raum für eine von Diskriminierung geprägte Zielgruppe aufbauen können. Und wie auch andere marginalisierte Jugendliche von solchen digitalen Strukturen profitieren könnten.
Im Folgenden erklären wir dir, was die Jugendlichen in unserem digitalen Jugendzentrum an Möglichkeiten haben.

Profile
Ein zentrales Element von lambda space sind die Profile. Dabei wird bewusst auf ein klassisches Steckbriefformat verzichtet. Die Jugendlichen können sich über Freitextfelder (eigene Texte) und Tags (z. B. zu Hobbys, Outingstatus oder Lebenssituation) individuell beschreiben. So soll der Druck, bestimmte Felder ausfüllen oder sich eindeutig festlegen zu müssen, möglichst gering gehalten werden. Gäbe es etwa eine Frage mit dem Titel “Geschlechtsidentität”, so wäre eine trans* Person (die das nicht öffentlich machen möchte) gezwungen, entweder eine falsche Angabe zu machen oder sich durch ein Leerlassen des Feldes implizit zu outen. Als Wohnort (diese Angabe ist optional) können die Jugendlichen nur Städte mit einer Mindesteinwohner*innen-Anzahl auswählen. So soll das Risiko einer Identifizierung ebenfalls möglichst gering gehalten werden. Darüber hinaus können die Jugendlichen selbst festlegen, wer ihr Profilbild, ihre Galerie und die Inhalte ihres Profils sehen darf.
Forum
Der Austausch untereinander findet unter anderem im Forum statt. Hier können Jugendliche Fragen stellen, Erfahrungen teilen und sich gegenseitig unterstützen. Beiträge können dabei auch pseudonym veröffentlicht werden, sodass andere Nutzer*innen nicht sehen, von wem eine Frage oder Antwort stammt. Aus Sicherheitsgründen ist diese Information für das Moderationsteam dennoch einsehbar. Wir versuchen, die Jugendlichen möglichst transparent über solche Sicherheitsaspekte der Plattform zu informieren. Dies passiert hier z. B. durch einen kleinen Hinweis neben der Option, den Inhalt “anonym” zu veröffentlichen, in dem steht: “Was bedeutet anonym? Dein Kommentar erscheint anonym im Forum. Aus Sicherheitsgründen kann das Moderationsteam trotzdem sehen, wer ihn verfasst hat”. Während wir versuchen, möglichst transparent mit unseren Sicherheitsmaßnahmen zu sein, gibt es gewisse technische Aspekte der Plattform, die die Community gegen Spam und Trolling schützen, die durch ihre Preisgabe ihre Wirkung verlieren würden.
Beratung
Über unsere Hilfe- und Beratungsübersicht möchten wir den Jugendlichen einen niedrigschwelligen Zugang zu Unterstützungsangeboten ermöglichen. Neben dem Moderationsteam, das bei technischen Fragen und Anliegen rund um die Community unterstützt, gibt es Schnittstellen zu professionellen Beratungsangeboten. Dazu gehört der Lambda-eigene Queersupport, der Fach- und Peerberatung anbietet, sowie Kooperationen mit den Beratungsstellen von HateAid und SafeImRecht. Jedes Beratungsangebot ist mit einer kurzen Nachricht an die Community versehen. Ziel ist es, einen ersten Kontaktpunkt zu schaffen und dadurch Hemmschwellen für eine mögliche Kontaktaufnahme abzubauen. Viele queere Jugendliche sind unsicher, ob Beratungsangebote ihre Themen verstehen und ernst nehmen. Eine explizite Einladung kann dabei helfen, diese Unsicherheit zu verringern und den Zugang zu Unterstützung zu erleichtern.
Gruppen
Ein weiterer wichtiger Bestandteil von lambda space sind Gruppen. Dabei handelt es sich um selbstorganisierte Räume, die Jugendliche eigenständig erstellen und gestalten können. Um eine möglichst große Selbstorganisation zu ermöglichen, können Gruppen von Jugendlichen als privat (Beitrittsanfragen müssen bestätigt werden; Inhalte können nur von Gruppenmitgliedern eingesehen werden) oder öffentlich (alle können mitlesen und beitreten) eingestellt werden. Außerdem können Gruppenmitgliedern verschiedene Rollen zugewiesen werden, mit denen sie z.B. Beitrittsanfragen bearbeiten oder das Gruppenbild ändern dürfen. Während Gruppen auch dafür genutzt werden, um sich über bestimmte Hobbies und Interessen auszutauschen haben sie den primären Zweck, dass sie als digitale Rückzugsorte für Jugendliche mit ähnlichen Lebensrealitäten oder spezifischen Diskriminierungserfahrungen fungieren sollen. In diesen geschützten Räumen können sie sich mit ihren Peers austauschen, ohne sich erklären oder mit Außenperspektiven auseinandersetzen zu müssen.
Messenger
Neben diesen Funktionen gibt es auch noch einen eigenen Messenger. Dies ist der einzige Bereich auf der Plattform, in dem die Jugendlichen privat schreiben können, ohne dass das Moderationsteam proaktiv moderieren kann. Es gibt jedoch die Möglichkeit für Nutzer*innen,einzelne Nachrichten zu melden. Diese werden dann für uns freigeschaltet und wir können entsprechend moderieren. Der Messenger erlaubt den Jugendlichen, selbst festzulegen, wie lange Nachrichten standardmäßig gespeichert werden: 30, 90, 365 Tage oder unbegrenzt. Wenn zwei Personen unterschiedliche Einstellungen treffen, greift immer der kürzere Zeitraum.

Weitere Informationen
Junge queere Menschen testen im Rahmen der Beta-Phase mit uns alle Funktionen fleißig durch. Interessierte Jugendliche können sich über die Website lambdaspace.de registrieren.
