Du hast es sicher schon bemerkt: An vielen öffentlichen Orten gibt es immer noch getrennte Toiletten für Männer und Frauen. Diese Einteilung schließt Menschen aus, die nicht in diese Kategorien passen – wie inter*geschlechtliche, trans*geschlechtliche oder nicht-binäre* Personen. Das kann nicht nur ausgrenzen, sondern auch gefährlich werden: Wer nicht dem üblichen Geschlechterbild entspricht, wird in öffentlichen Toiletten oft beschimpft, bedroht oder sogar angegriffen, weil angeblich die „falsche“ Toilette benutzt wurde. Das kann eine große Belastung sein.
Was bedeutet das für dich bei der Planung einer Veranstaltung, Gruppenstunde oder Jugendfreizeit? Sprich mit der zuständigen Person der Veranstaltungsstätte, etwa der Hausleitung. Gibt es dort noch keine Unisex-Toilette, kannst du vorschlagen, eine der bestehenden Toiletten dafür zu nutzen. Wichtig: Solange getrennte Toilettennutzung (z.B. durch Einzelkabinen) möglich ist, ist eine zusätzliche Unisex-Toilette rechtlich erlaubt.
Stimmt die Veranstaltungsstätte zu, kannst du bei der Beschilderung kreativ werden. Ein Tipp: Beschrifte die Toilettenschilder mit dem, was es dort gibt, etwa „3 Sitzklos und 2 Stehklos“. Gibt es in der Unterkunft nur Gemeinschaftsduschen ohne Einzelkabinen, können diese nicht einfach gemischtgeschlechtlich genutzt werden. Besonders bei solchen Duschen sollte jeder Mensch die Möglichkeit haben, allein zu duschen. Hier kannst du zum Beispiel mit einer Duschampel oder festen Duschzeiten arbeiten. In Unterkünften mit mehreren Duschräumen und Einzelkabinen lässt sich oft mit der Hausleitung vereinbaren, dass ein Duschraum als All-Gender-Raum genutzt wird.
